Wo gehts lang?

Der Landschaftsfilm läuft an mir vorbei,Radtour
bin unterwegs auf buckligen Wegen.
Mit dem Reiserad durch die Walachei,
der Wind weht mir entgegen.
Radtour

Du sagtest das wäre nicht besonders schlau,
so auf Tour zu gehn ganz alleine.
Das wird ’ne retrospektive Nabelschau,
denn Ziele hätte ich ja keine.

Wo gehts lang, wo gehts lang?Radtour
Hab‘ weder Karte noch Kompass – schnell zur Hand.radtour07
Den Fluss entlang – hin zum Meer
und die Walachei, die mag ich wirklich sehr.

Ein alter Mann steht verlassen am Wegesrand,
und er lächelt durch schiefe Zähne.
Ich roll‘ vorbei und heb‘ zum Gruß die Hand
eine Episode, die ich nur erwähne,radtour05
damit du siehst dass sich das Reisen lohnt.
Manchmal eben auch alleine.
Es ist wie Segeln – nur ohne Segelboot
Hart am Wind kurbeln nur die Beine.

Wo gehts lang, wo gehts lang?
Hab‘ weder Karte, Kompass noch Sextant.radtour06
Den Fluss entlang – hin zum Meer
und die Walachei, die mag ich wirklich sehr.

Wo gehts lang, wo gehts lang?
Hab‘ weder Karte noch Kompass – Gott sei Dank.radtour10
Den Fluss entlang – hin zum Meer
ich glaub‘ die Walachei, die mag mich wirklich sehr,
ich glaub‘ die Walachei, die mag mich…

radtour09

Anfang Mai

Wir schreiben Anfang Mai
jetzt bin ich zurück
Es bricht die Angst entzwei
mit jedem neuen Schritt
in mein wunderbares Flausen-im-Kopf-Leben

Es ist Anfang Mai
und mein Kopf ist frei
Da ist kein Platz für selbst gestellte Fragen
und jede Freundschaft wird mir dies auch ehrlich sagen:
„Ein Bauch muss wirklich keine Steine tragen.“

Koffer Baum Traum (eine Utopie)

Urwald Sababurg im ReinhardswaldIm Traum packst du deinen Koffer:
Du verabschiedest deine Freunde in der 2D Projektion und schließt das hochaufgelöste Pixel-Fenster zur digitalen Welt.
Die unzähligen Plastiktüten deiner rauschhaften Einkäufe umschließen gleich einem Kokon:
Feinstaub und CO2. Und billiges Fleisch vom toten Tier, das nie richtig leben durfte. Und den Verpackungswahn und billigen Plunder. Und den Konsum, der die Langeweile verdrängen und die Produktion ankurbeln soll.
Du hast leider vergessen, was du wirklich brauchst
für ein glücklich-erfülltes Leben.Urwald Sababurg im Reinhardswald
Doch es wird sich die Plastiktüten-Kugel erheben!
Der Turm zu Babel schrumpft erst zum Ballon und bald schon zum Ball – am Horizont ein Stecknadelkopf – darauf folgt ein Knall.
Und es beginnt zu regnen, die Luft wird klar,
das Grau verschwindet…   dein Koffer? – schon da!
Er liegt mitten im Wald, du berührst einen Baum.
Mit dem Öffnen deiner Augen beginnt dieser Traum.
SONY DSCSONY DSCSONY DSCSONY DSCSONY DSCUrwald Sababurg im Reinhardswald

Wettrennen

Ganz egal wie oft ich laufe
ob ich schwitze oder schnaufe
durch die Pfützen über Felder
tief hinein in finstere Wälder
in der Sonne durch den Regen
gar im Winter im Schneefegen
lauf ich flott oder gezügelt
es bleibt egal – in jedem Fall
hat Mutter schon gewaschen, gemangelt und gebügelt.

Blood of Eden

Sachsenlauf in Coswig Mitte der 90er Jahre:
Ich bin hingefahren, da Waldemar Cierpinsky auch da sein sollte. Er war nicht da. Dafür traf ich einen Freund vom Bautzener Laufverein. Wir sind ca. die halbe Strecke der 28 Kilometer gemeinsam gelaufen… dann wurde ich (gefühlt) immer schneller – und ich hatte ein Lied im Kopf: „Blood of Eden“ von Peter Gabriel (kann aber auch „Die wilde Mathilde“ von Silly gewesen sein – ist ja schon so lange her). „Blood of Eden“ hatte ich „weggeparkt“ – bis es vor einer Woche wieder anklopfte – und unbedingt in meinen Kopf hinein wollte. Ich hab mich ‚drüber gefreut und es gewähren lassen. Nach einer Woche „Peter Gabriel  im Duett mit Sinead O’Connor“ kommt dann sowas dabei raus:

Blood of Eden

Blood of Eden

Kaleidoskop

gemalt in 2013

gemalt in 2013

Ich tauche ein,
ich tauche unter.
Das Wasser trägt,
doch mich zieht’s runter:
Schwarzer Magnet mit
farbigen Punkten
-Kaleidoskop-
hab‘ dich gefunden.
Seit Kindheitstagen
vermiss ich dich.
Sah‘ schöne Menschen,
doch nicht ihr Licht.

Für meine Mutter

Einen Salbeitee zum Kuchen
nach der Radtour durch das Tal
dessen Mitte dieser Fluss teilt
da gibt’s Fische ohne Zahl.
An den Ufern blühen Gräser
und zum Meer da will er hin,
sicher macht er manchen Umweg
doch er fragt nicht nach dem Sinn.
Mit dem Wasser seiner Quellen
spült er über Sand und Stein
mal als Tropfen mal als Strömung
mag er in Verwandlung sein.
Manchmal hektisch dann in Ruhe
ist er spiegelglatte See
und zu Sahne und zu Kuchen
plötzlich auch mein Salbeitee.